… ein Vorfahre des Neandertalers war und bei Heidelberg lebte?

Er ist mehr als 600.000 Jahre alt und gilt als einer der Vorfahren des Neandertalers: der „Heidelberg man“. Am 21. Oktober 1907 stieß der Sandgräber Daniel Hartmann in einer 24 Meter tiefen Grube in Mauer bei Heidelberg auf den sehr gut erhaltenen Unterkiefer eines Urmenschen. Dem glücklichen Finder musste sofort klar gewesen sein, was er da auf die Schippe genommen hatte – verbürgt ist sein Ausspruch: „Heit haw ich de Adam g´funne“.

Dass Hartmann den Fund mit Umsicht behandelte, war vor allem dem Heidelberger Historiker Dr. Otto Schoetensack (1850-1912) zu verdanken, der seit 1888 in der Umgebung nach Fossilien graben ließ. Die Entdeckung wurde „Homo heidelbergensis“ getauft und in den Mittelpunkt umfangreicher Forschungen gestellt.

Wissenschaftler haben inzwischen herausgefunden, dass der Urmensch im Alter von etwa 25 bis 30 Jahren gestorben sein muss. Angenommen wird auch, dass er in unmittelbarer Nähe zur Fundstelle in der Neckarschlinge zu Tode kam. Er war wohl schlank, ungefähr 1,70 Meter groß, hatte eine steile Stirn und kleine Augenwülste, ein ausgeprägt fliehendes Kinn und lief aufrecht. Seine Ernährung bestand aus Beeren und Nüssen, gleichwohl litt er vermutlich an Arthrose und Parodontose.

Sein Unterkiefer nimmt heute als ältester fossiler Nachweis mitteleuropäischer Hominiden in der Entwicklungsgeschichte des Menschen eine zentrale Stellung ein. Der 2001 gegründete Verein „Homo heidelbergensis“ von Mauer hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, die Forschungsarbeiten zum „Heidelberg man“ und zu seinem Lebensumfeld zu fördern.