… die größte LKW-Fabrik der Welt steht?

Am 1. Oktober 1963 war es soweit: Im südpfälzischen Wörth startete im frisch eröffneten Mercedes-Benz-Werk die Produktion von Fahrerhäusern für Lastkraftwagen. Der Beginn einer bis heute andauernden Erfolgsgeschichte. Weit über drei Millionen Nutzfahrzeuge „Made in Wörth“ gingen seither vom Band.

Mercedes-Benz Werk Wörth

Der Grundstein wurde bereits 1960 gelegt, als Daimler-Benz von der pfälzischen Gemeinde im Landkreis Germersheim ein über 2 Millionen Quadratmeter großes Gelände erwarb. Im Gegensatz zur Grundstücksgröße fing aber alles ganz klein an auf der „Wörther Insel“, einer ehemaligen Flussschleife des Rheins. Geplant war zunächst nur ein Motorenwerk mit einer Belegschaft von nicht mehr als 100 Mitarbeitern. Zuerst lieferte Wörth auch nur die grundierten Rohbauten der Fahrerkabinen – 22.000 im ersten Jahr – an die klassischen Standorte Gaggenau (schwere Lkw) und Mannheim (mittlere Lkw).

Bandablauf des 1. Mercedes-Benz LP 608 im Werk Wörth, 1965.

Doch schon 1964 bündelte man die gesamte Lkw-Produktion und Endmontage in Wörth, das Werk selbst wird nun zum Motor für die Internationalisierung des Nutzfahrzeug-Geschäfts von Daimler. Und der ohnehin schon großzügig konzipierte Standort wächst und wächst. Zwischen 1969 und 1975 stieg die Kapazität auf über 100.000 Einheiten.

Werk Wörth

Heute ist der Daimler-Standort Wörth ein auf der Welt einzigartiger Industriekomplex der Superlative: Die Produktionsfläche hat sich auf 480.000 Quadratmeter vergrößert, die Mitarbeiterzahl liegt bei rd. 11.700. Bis zu 470 fertige Lkw verlassen täglich die gigantische 1.000 Meter lange Montagehalle, d.h. bei voller Auslastung rollt alle drei Minuten ein Fahrzeug vom Band – in bis zu 70.000 Variationen. Hießen sie früher noch „leichte Wörther“ und „schwere Wörther“, tragen sie heute die Modellnamen Actros, Antos, Arocs, Axor, Atego, Econic, Unimog und Zetros. Rund 60 Prozent der Produktion geht in den Export – in mehr als 150 Länder.


Daimler AG Wörth